Patente können den Fortschritt behindern

Aktuelles Beispiel: Für den geplanten HTML5-Standard soll ein einheitliches Videoformat festgeschrieben werden, so dass man innerhalb von Webseiten Videos abspielen lassen kann, ohne dass ein Plugin wie Flash installiert werden müsste; zudem würde zwischen den Browserherstellern ein Wettbewerb entstehen, wer den am besten bedienbaren Videoplayer in seinen Browser integriert, was für die Nutzer eine feine Sache wäre.

Nur, leider, ist von keinem halbwegs brauchbaren Videoformat bekannt, dass es keinem Patent unterliegt. Selbst wenn zu einem Format keine Patente bekannt sind, heißt das ja nicht, dass unter den hunderttausenden Patenten, die zur Zeit gültig sind, nicht doch eines ist, dessen Verfahren in so einem Videoformat verwendet werden.
Und wenn das Standardformat für Videos im Browser einem Patent unterliegt, kann der Patentinhaber Lizenzgebühren verlangen – und das hieße, dass videofähige Browser nicht mehr kostenlos sein könnten.

Also hat das WWW-Konsortium die Entscheidung für ein Videoformat erstmal vertagt.
Was heißt, dass der nächste HTML-Standard sich um ein paar weitere Monate verzögert. So und nicht anders sieht Fortschrittsbehinderung aus.
(Ein Webdesigner ist natürlich froh, wenn nicht schon wieder alles anders wird…)

Quelle